Auf fast jedem Schuh steht heute „echtes Leder". Was dort nicht steht, ist die Frage, mit welchen Mitteln aus einer Tierhaut haltbares Leder wurde. Genau daran entscheidet sich, ob ein Schuh für empfindliche Haut geeignet ist und was am Ende seines Lebens mit ihm passiert. Rund 85 Prozent des weltweit produzierten Leders werden mit Chromsalzen gegerbt. Unsere Schuhe gehören zu den übrigen.
Was beim Gerben passiert
Eine rohe Haut würde verwesen. Gerben heißt, die Eiweißfasern so zu stabilisieren, dass sie haltbar und geschmeidig bleiben. Dafür gibt es zwei verbreitete Wege. Beim Chromgerben binden Chromsalze innerhalb weniger Stunden an die Fasern, das ist schnell und günstig. Beim pflanzlichen Gerben übernehmen Gerbstoffe aus Rinde, Hölzern und Früchten dieselbe Aufgabe, brauchen dafür aber Wochen und in traditionellen Gruben sogar Monate.
| Pflanzlich gegerbt | Chromgegerbt | |
|---|---|---|
| Dauer | Mehrere Wochen | Wenige Stunden |
| Gerbstoff | Rinde, Hölzer, Früchte | Chromsalze |
| Hautverträglichkeit | Auch bei empfindlicher Haut meist unproblematisch | Chrom kann Kontaktallergien auslösen |
| Geruch | Warm, holzig | Oft chemisch |
| Alterung | Dunkelt nach, bekommt Charakter | Bleibt lange gleich, wirkt dann plötzlich abgenutzt |
| Entsorgung | Biologisch abbaubar | Sondermüll durch Chromrückstände |
Warum das für die Füße zählt
Pflanzlich gegerbtes Leder ist offenporig. Es nimmt Feuchtigkeit auf, speichert sie und gibt sie nach außen ab. Im Schuh bedeutet das: weniger Schwitzen, weniger Geruch, ein gleichmäßigeres Klima. Dazu kommt, dass es von Anfang an weicher ist und sich in den ersten Wochen nach dem Fuß formt. Wer einen breiten Ballen oder ein empfindliches Großzehengelenk hat, merkt diesen Unterschied deutlich, weil das Leder nachgibt, statt dagegenzuhalten.
Für Menschen mit einer Chromallergie ist die Frage keine Geschmackssache. Chrom VI kann über Schweiß gelöst werden und Ekzeme auslösen, gerade an Stellen mit dauerhaftem Hautkontakt. Unser Leder kommt aus deutschen Gerbereien und ist frei von Chrom und Schwermetallen.
Woran Sie gutes Naturleder erkennen
- Es riecht warm und holzig, nicht scharf oder chemisch.
- Die Oberfläche ist nicht spiegelglatt, kleine Narben sind sichtbar.
- Ein Wassertropfen zieht langsam ein, statt abzuperlen.
- Die Schnittkante ist durchgefärbt und nicht hell mit farbiger Schicht.
- Das Leder wird über die Jahre dunkler, statt abzublättern.
Modelle aus pflanzlich gegerbtem Leder
Alle unsere Schuhe entstehen aus diesem Leder. Besonders gut sichtbar wird der Charakter bei den offenporigen Modellen wie dem MN-Apache in Schwarz oder dem MN-Apache in Beige, wo das Leder mit der Zeit nachdunkelt. Bei den geschlossenen Formen zeigt sich der Vorteil im Fußklima, etwa beim MN-Comodin in Schwarz, beim MN-Laos in Schwarz oder beim MN-Lucia in Rot. Für Herren steht der MN-Edu in Schwarz bereit.
MN Apache Barefoot Shoes Black
ab 89,00€
MN Apache barefoot shoes beige
ab 89,00€
MN-Comodin Comfort Shoes Black
159,00€
Pflege, die zum Material passt
Offenporiges Leder braucht Fett, keine Versiegelung. Silikonhaltige Sprays verschließen die Poren und nehmen dem Leder genau die Eigenschaft, für die man es gekauft hat. Mit dem MN-Natur Fett bleibt es geschmeidig, gegen Nässe hilft die MN Imprägnierung für Leder und Stoff. Alle vier bis sechs Wochen reicht in der Regel.
Häufige Fragen
Ist pflanzlich gegerbtes Leder vegan? Nein. Es bleibt ein tierisches Produkt, nur das Gerbverfahren unterscheidet sich.
Wird es schneller nass? Es nimmt mehr Feuchtigkeit auf, trocknet aber auch wieder. Mit Imprägnierung und einem Ruhetag nach nassen Tagen hält es problemlos.
Warum sieht jedes Paar etwas anders aus? Weil die Haut sichtbar bleibt. Narben und Farbnuancen sind ein Echtheitszeichen, kein Mangel.
Was heißt IVN zertifiziert? Der Internationale Verband der Naturtextilwirtschaft prüft Schadstofffreiheit und Herstellung. Unsere Pantolinos Krabbelschuhe tragen dieses Zeichen.
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